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Gülcan und Collien ziehen aufs Land - Warum sind sie nicht gleich dageblieben?

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Nein, ist klar. Alles echt. “Clash der Kulturen” (Zitat Pro 7). Raue und reale Lebensbedingungen für die “VIP-Ladies” Gülcan und Collien. Die können natürlich nicht aus ihrer zivilisatorischen Haut und laufen auf dem Land ausschließlich in schicken Klamotten herum, der Kontrast zum grummelnden UrBayer-Bauern wie Tag und Nacht.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt? Nein, ein Dummkopf, wer sich diese weichgekochte Version der schon im Original unerträglich blöden Serie “Simple Life” als interessantes “Experiment” verkaufen lässt. Gülcan Kamps und Collien Fernandes schlagen sich in “Gülcan und Collien ziehen aufs Land” mit vorgeschriebenen Witzen, von denen die besten “so lala” sind, durchs Programm und beeindrucken mit ihrem unnachahmlichen Charme wohl nicht mal mehr die Zielgruppe von reizüberfluteten Jugendlichen mit Nachmittagskoller.

Das Format krankt - nein, falscher Ansatz. Das “Format” ist kein Format, weil es kein Format hat. Thema: Auf blöd getrimmte Frau inmitten von urwaldähnlichen Verhältnissen. Das war schon bei Tarzan irgendwie schlecht. Jetzt auch im Doppelpack. Wie schon hunderttausendmal zuvor in das Format “Reality TV” gequetscht bis es weh tut, zwei Mal drüber gebügelt und fertig ist die neueste Fließbandproduktion aus dem Hause Pro 7.

Traurig daran ist, dass die Einschaltquoten dem Sender Recht geben werden. Voyeurismus, halbwegs attraktive Protagonistinnen, Schadenfreude-Potential pur - und zum Verständnis der Serie reicht der geistige Aufwand, den man sonst beispielsweise in der Kommunikation mit seinem Hund benötigt. Ein weiteres dickes Kreuz auf meiner Liste: “Millionen gute Gründe, um sich vom Fernsehen loszusagen”.

Christopher Street Day - Hilfe, die pinken Horden kommen!

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Ich weiß, ich weiß… darf man ja gar nichts mehr drüber sagen. Heutzutage sagst du schon “schwul” und wirst von allen Seiten kopfstimmig aufgeklärt “das heißt homosexuell!” Aber einfach-motzen springt für Euch ins kalte Wasser und beschwert sich, stellvertretend für die toleranzgeplagte Bundesrepublik, über den Christopher Street Day.

Ich möchte besonders auf den Christopher Street Day in Köln eingehen. 2008 wird da mal wieder die ganze Innenstadt lahmgelegt. Klar, die Umziehenden brauchen genau die Strecke, die sich schon die ganze Woche lang eines steigenden Lärmpegels erfreut und auf der Sonntags endlich mal Ruhe herrscht. Kein Problem. Könnte man nicht einen “Christopher Street Day Nature” veranstalten, vor der Stadt, außer Hör- und Sichtweite?

Was mich noch mehr nervt, ist der Überschwang an merkwürdigen Gestalten, die die Stadt zu so einem Anlass überschwemmen. Wer hat sich diese Farbkombinationen ausgedacht? Warum muss “schwul” immer gleichbedeutend sein mit neongrünem Leopardentanga und pinker Federboa? Ist es wirklich ein Segen für die Schwulenbewegung, wenn das, was den Leuten von ihnen im Kopf hängen bleibt, geschminkte Prinzen sind, die sich lächelnd dem verregneten Himmel entgegenstrecken?

Und warum müssen die das jedem unter die Nase reiben? Wo bleibt eigentlich die Hetero4Life Parade? Die gibt es nicht. Aber schwul sein ist völlig normal, oder? Nur eine andere Art von Sexualität, hm. Wahrscheinlich ist die zugehörige Parade deswegen so angenehm wie ein mit Acid versetztes Gummibärchen…

Naja, sorry, für mich ist das nix. Ich fröhne dem Klischee mit Fußball und Bier und habe mir extra eine Riesenpackung Oropax besorgt, sollten die zufällig an meiner Wohnung vorbeiziehen.

Alles dreht sich um Fußball - so soll’s auch sein!

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Alle zwei Jahre, wenn eine Fußballwelt- bzw. europameisterschaft stattfindet, herrscht Ausnahmezustand. Egal ob in der Arbeit, zu Hause oder auf den Straßen- alles dreht sich plötzlich um Fußball. Selbst Menschen, die sich normalerweise nicht für diese wunderbare Sportart interessieren (in Volksmund auch Frauen genannt), haben die Analyse gestriger Spiele zum primären Gesprächsthema. Offenbar kann sich niemand dem Fußballfieber entziehen, von dem das ganze Land für drei oder vier Wochen gepackt wird. Doch es soll immer noch gefährdete Minderheiten geben, die sich energisch dagegen wehren, in dieser kurzen Zeit alles dem Fußball unterzuordnen. Stattdessen haben sie nur motzende oder gar spöttische Bemerkungen zum Kicken übrig und können es überhaupt nicht verstehen, wenn man wegen der Spiele schon mal eine Verabredung absagt.

An dieser Stelle sei diesen Nörglern eines gesagt: eine WM bzw. EM findet nur jedes zweite Jahr statt und dann MUSS sich alles, aber auch wirklich alles um Fußball drehen. Wem das nicht passt, kann sich eben in die eigenen vier Wände zurückziehen und den x-ten Sex and the City-Marathon gucken. Nach einigen Wochen ist sowieso alles vorbei. Danach kann man sich wieder anderen wichtigen Nebensächlichkeiten des Lebens widmen und sich beispielsweise Abends mit fußballfeindlichen Freunden (falls man solche Menschen überhaupt zu seinem Freundeskreis zählt) verabreden- außer natürlich jeden zweiten Dienstag und Mittwoch wenn Champions League-Spiele laufen. Na gut, Samstags ist es auch schlecht, denn dann spielt die Bundesliga, und die WM-Qualifikation sowie die Freundschaftsländerspiele können auch interessant sein. Nicht zu vergessen, der UEFA-Cup, die Pokalspiele und die vielen attraktiven internationalen Ligen. Hm, aber ok, ein Paar frei Tage wird man schon finden, es sei denn man interessiert sich auch für die zweite Liga…

Medienphänomene der heutigen Gesellschaft

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Wenn ich am Morgen die Zeitung aufschlage, fallen mir oftmals Schlagzeilen von Menschen ins Auge, von denen ich bisher noch nie etwas gehört habe. Ist doch klar, wird manch geneigter Leser an dieser Stelle behaupten, man kann schließlich nicht jeden kennen. Ich meine aber ganz andere Menschen, jene die dank der modernen Medien in den Fokus der Öffentlichkeit geraten sind, oder kannten sie bisher „Alemuel“? Hierbei handelt es sich um eine junge Frau, die irgendwann einmal ihr Lieblingslied „Kleiner Hai“ bei youtube veröffentlichte. Daraus wurde ein regelrechter Hype im Netz und die junge Frau erhielt sogar einen Auftritt bei „The Dome“ in Bremen – unglaublich! Die wahren Musiker bei diesem Event müssen sich ein wenig veräppelt vorgekommen sein, denn musikalische Kompetenz war bei diesem Auftritt eher wenig vorhanden.

Wiederum ein anderes Medienphänomen ist Gina Lisa, die sich anschickt, die neue Paris Hilton von Deutschland zu werden. Als ehemalige Kandidatin von „Germanys Next Topmodel“ avancierte sie zum heimlichen Star der Sendung, so dass Pro7 sich inzwischen entschlossen hat, der drallen Hessin eine eigene Fernsehsendung zu geben. Für die entsprechende Promotion in diesem Rahmen sorgte ein Sexvideo, das dank der Bild-Zeitung zu einem wahren Such-Wahn ausartete. Wie nun heute berichtet wird, machen sich dies gewiefte Programmierer zu nutzen. Auf gewissen Seiten wird das Herunterladen des Videos angeboten, wozu man einen Codec installieren soll. Wer dies aber tut, wird nicht das Sexgebaren der Gina Lisa zu sehen bekommen, sondern hat sich mit einem Trojaner infiziert.

Vielleicht hilft dies ja, um die Menschen vor ihrer Sensationsgier zu heilen und solche Medienphänomene keine Chance haben.

Public Viewing hier - Public Viewing dort - Public Viewing nervt !

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Ein Mob vor riesiger Leinwand: Fahnen schwenkend, Parolen brüllend. Öffentlich praktizierter Zusammenhalt anhand fiktiver Erfolge und national bedeutsamer Farbkombinationen. Übertriebene und mit Genuss öffentlich zur Schau gestellte Emotionen.

Die Rede ist von: Aufmärschen im 3. Reich - Kundgebungen in Nordkorea - Amerikanischen Militärparaden - Public Viewing zur Fußball EM 2008!

Wie schön sich doch bestimmte Traditionen bis ins neue Jahrtausend fortsetzen lassen! Endlich wieder ein Gegner, nicht war, liebe Fans? Endlich den langweiligen Frieden ersetzen durch den Kampf auf dem Feld, endlich raus und Flagge zeigen, am Besten zusammen mit fünfhundert ebenso Betrunkenen!

Public Viewing muss das Paradies für diese Menschen sein: Endlich ein Ort, an dem ihre Fahne sowohl optisch als auch olfaktorisch akzeptiert wird…

Ökonomisch ist Public Viewing ein echter Knaller, in allen Städten gibt es Veranstalter dafür , auch das letzte Kuhkaff ist nicht davor gefeiht, dass irgendein findiger Unternehmer mit einer Großbildleinwand anrückt, einen Zaun darum zieht, und den Leuten erzählt, es sei viel “cooler” hier als zu Hause vor dem Fernseher.

Fußball an sich ist schon eine Einladung zum Nachtreten - Public Viewing setzt dem ganzen die Krone auf. Was kommt als nächstes? Public Hearing gibt es bereits, wie wärs mit Public Smelling? Da würde sich die Schweiz als als Heimat des Hüttenkäse zumindest als Sponsor anbieten, technische Details müsste ich bei Interesse noch ausarbeiten.

Thema „Feuchtgebiete“ – Männer sehen dies anders

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Dieser Hype um den Bestseller „Feuchtgebiete“ hat nun scheinbar seinen Höhepunkt gefunden. Inzwischen gastierte Autorin Charlotte Roche in jeder gängigen Talk-Sendung, so präsentierte sie ihr Erstlingswerk bei Kerner, Beckmann und Schmidt&Pocher.

Ganz Deutschland feiert die gebürtige Engländerin für Details, die aus der Sicht eines Mannes liebend gern unveröffentlicht geblieben wären. Liebe Frau Roche, Frauen sind wirkliche faszinierende Wesen, die mit ihren Aussehen, ihrem Lächeln und ihrem Geruch Männer um den Verstand bringen können – und Männer haben sich dabei gern ihrem Schicksal ergeben.

Aber jetzt – offenbaren Frauen Details, die nie ein Mann wirklich hören möchte. Dies liegt keinesfalls am Desinteresse des Mannes, sondern einfach an dem Zerstören einer Oase. Hämorrhoiden sowie die eigentümlich Pflege der weiblichen Geschlechtsorgane haben eine verheerende Wirkung auf den Mann – wenn er sich über solche Dinge hätte unterhalten wollen, wäre man zu seinen Freunden gegangen und nicht zu seiner Frau.

Was momentan als Offenbarung der Frau gefeiert wird und sich teilweise als Klingeltöne, die dem Hörspiel Feuchtgebiete entnommen wurden, auf dem Handy wiederfindet, stellt für mich eine unglaubliche Belastung der Beziehung zwischen Mann und Frau dar. Frauen, bitte findet die „Reinheit“ eurer Sprache wieder.

Jennifer: Germany’s hoffentlich letztes Topmodel

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Das arme Mädchen. Nein, ganz ehrlich, da wurde der Traum vom großen Glück genommen und durch den Fleischwolf gedreht. Von merkwürdigen Gestalten, die in ihrem eigenen Olymp schweben und mit der Realität so viel zu tun haben wie ein Ölscheich mit dem Autoputzen.

Was Jennifer wohl anstellt, wenn sie in einer Woche aufwacht? Heidi Klum wird in nächster Zeit nicht mehr anrufen, die ist nämlich mit Ehemann Seal und Kindern beschäftigt, außerdem plant sie sicherlich schon das nächste Self-Promo-Event. C&A wird anrufen. Wird eine Kampagne starten, in der Jennifer die neue Kollektion eines Hauses tragen darf, das für den Kunden vor allem wegen seiner Sonderangebote und Babykleidung interessant ist. Die Cosmopolitan wird anrufen und Jennifers Gesicht auf ihr Magazin bringen. Endlich berühmt?

Um das zu erreichen, durfte sich die mittlerweile 17jährige einem monatelangen Psychoterror unterziehen. Die Kamera war live dabei, und Big Brother Insassen werden bei Nacktposings, Seelenstrips und Punktesystemen neidvoll geseufzt haben: “So geil war unsere Show nie!”

Ich wünsche Jennifer wirklich von ganzem Herzen Glück für ihre Zukunft, schließlich hat sie sich extrem angestrengt, um dahin zu kommen, wo sie jetzt ist. Heidi Klum wünsche ich dagegen, dass das ihre letzte Staffel “Topmodel” gewesen ist: Diese Sendung kombiniert “Big Brother”-Voyeurismus mit Kandidaten-Gehirnwäsche und Popstars, dabei täuscht sie einen Professionalismus vor, der bestenfalls übertrieben und im schlimmsten Fall hochgradig künstlich ist.

Neue Popstars Staffel ab August! Popstars are back - Gott sei Dank

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Deutschland hat seinen Superstar, aber nicht seine Popstars. Und um das Gleichgewicht wieder herzustellen, gehen die Popstars im August sogleich in die siebte Staffel. Ein Sommernachtstraum oder Sommernachtsalptraum? Festzuhalten bleibt, dass die Erfolgsbilanz der Popstars nicht unbedingt nach einer neuen Staffel schreit. Denn der Erfolg war nicht allen Popstars gegönnt. BroSis, Overground, Preluders, nuPagadi und Room2012 kamen, sahen und verloren. Das Musikgeschäft kann eben auch eine brotlose Kunst sein.

Auch wenn die meisten Popstars wieder auf den Boden der Tatsachen gelandet sind, so müssen nicht alle Popstars gleich verdammt werden. Denn die No Angels und Monrose haben sich in der deutschen Musiklandschaft etabliert. Der Erfolg sei ihnen auch gegönnt. Aber diese Fräuleinwunder scheinen sodann auch die schlagenden Argumente für eine siebte Staffel der Popstars zu sein. Die neuen Engel, die das Land (nicht) braucht, sollen ausschließlich Mädchen sein, entsprechend dem Motto „Just 4 Girls“.

Die Casting-Shows scheinen sich in den deutschen Haushalten eingenistet zu haben. Fast schon parasitär. Aber das Interesse an fremden Menschen ist ungebrochen. Und ein unterdrückter Voyeurismus kann über die Casting-Shows einfach ausgelebt werden. Spätestens im August kann sich am öffentlichen Leid junger Mädchen ergötzt werden, die ihren einen großen Traum nicht leben dürfen. Zumindest nach dem knallharten Urteil der Jury.

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