Wiedermal über etwas aufgeregt?

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Deutschlands Wirtschaft geht es ausgezeichnet - hoffe ich mal?

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Habt ihr euch auch schon über die merkwürdige Neuverteilung von Extraportionen Optimismus in der wirtschaftlichen Berichterstattung gewundert?

Plötzlich ist alles schön, neu und poliert in Deutschland. Unsere Arbeitslosenzahlen sinken, die Putzfrau von nebenan macht kein griesgrämiges Gesicht mehr und die Wirtschaft, die angeblich Jahrzentelang gezögert hat, hier irgendwas aufzubauen, steht plötzlich samt Sack und Pack vor der Türe und preist den “Wirtschaftsstandort Deutschland”.

Was ist passiert? Spätnachwirkungen der Euphorie-WM? Wo ich doch vor ein paar Jahren noch befürchten musste, hier bald Zustände wie im alten Russland vorzufinden. Deutschland stand am Rand des Abgrundes, die Steuern mussten rauf, alles musste anders werden… und jetzt, nach drei, vier Jahren ist plötzlich alles im Lot, alles wunderbar, alles Aufschwung?

Mmmh. Ich persönlich werde langsam mehr als misstrauisch. Schaut man nach Frankfurt, geht es der Börse doch eigentlich relativ schlecht, Finanzkrise in den USA und so. Scheint uns in diesem Jahr nicht sonderlich zu erschüttern. Vielleicht gab es einen Generationenwechsel in den Redaktionen dieses Landes und die ganzen Nörgler, die noch die Fehler der Regierung Schröder in grellstes Rot gestrichen an den Pranger stellten, sind jetzt auf dem Altenteil? Vielleicht ist ja wirklich alles gut, oder alles schlecht und ich lese die falschen Zeitungen?

Ich weiß es nicht, mich überrascht nur die Wendigkeit der deutschen Medienlandschaft immer wieder aufs Neue. Noch ein bisschen hin, dann kommt wieder die nächste fundemantale Krise auf uns zu…

Jedes Jahr das gleiche Jammern - Deutschlands Songcontestdebakel

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    © Logo Eurovision 2008

Jedes Jahr geht das deutsche Jammern um die angebliche Ungerechtigkeit des Eurovision Songcontest wieder von vorne los. Der gesamte Wettbewerb sei nur ein abgekartetes Spiel, bei dem sich die osteuropäischen Länder die Punkte zuschieben. Viele plädieren sogar für einen gänzlichen Rückzug, da die deutschen Beiträge gegen die “osteuropäische Eurovision- Mafia” sowieso keine Chance hätten.

Dabei wird scheinbar vergessen, dass Deutschland in den letzten zehn Jahren sehr wohl gute Ergebnisse erzielt hat. So kamen die von Stefan Raab produzierten Beiträge immer unter die besten zehn Plätze(1998 Platz 7 mit “Guido hat euch lieb”, 2000 Platz 5 mit “Wadde Hadde Dudde Da” und 2005 Platz 8 mit “Can’t Wait Untill Tonight”). Ausserdem wird außer acht gelassen, dass die siegreichen osteuropäischen Songs der letzten Jahre auch aus Westeuropa viele Punkte bekamen. Mit “Freundschaftspunkten” allein kann man keinen Songcontest gewinnen.

Der Vorwurf der unfairen Punktevergabe ist sowieso fragwürdig, wenn man zum Beispiel die Länder des ehemaligen Jugoslawien betrachtet. Haben die nicht bis vor wenigen Jahren einen blutigen Krieg gegeneinander geführt? Angesichts der dortigen tragischen Ereignisse der 1990er Jahre scheint die Regelmäßige “Punkteschieberei” der Balkanstaaten verwunderlich. Dabei ist es offensichtlich, dass die Einwohner dieser Staaten schlicht einen ähnlichen Musikgeschmack haben und die jeweiligen Künstler über die dortigen neuen Landesgrenzen hinaus berühmt sind.
Anstatt jedes Jahr eine osteuropäische Verschwörung zu wittern, sollte man sich in Deutschland lieber fragen, ob eine überholte Castingband vieleicht doch nicht der optimale Kandidat für einen europaweiten Gesangswettbewerb ist.

KFZ Versicherung kündigen - das letzte Mittel bei Beschiss!

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Ich bin bei einer Versicherung, deren Namen ich jetzt nicht nennen möchte. Bleiben wir einfach dabei, dass es sich um eine KFZ Versicherung handelt.

Obwohl ich gern schnell fahre, habe ich seit Eintritt in das Versicherungsverhältnis keinen Unfall mehr gebaut. Ich war also schadenfrei (System der Versicherung), ich habe nie Geld von denen gesehen und immer nur brav gezahlt - kurz: Ich war der perfekte Versicherungsnehmer.

Letzte Woche bin ich dann beim Stöbern durch die Tarifauswahl auf den neuen Tarif eben der Firma gestoßen, bei der ich bereits erfolgreich versichert bin. Und siehe da: Der neue Tarif ist besser, flexibler, kostengünstiger und anscheinend nur für Neukunden, mir hat nämlich keiner von den Leuten bei der Versicherung gesagt, dass ich auf einen günstigeren Tarif wechseln sollte.

Der alte Tarif, nach dem ich versichert bin, existiert auf deren Homepage soweit ich sehen kann gar nicht mehr!! Das ist eine Sauerei. Die Altkunden abschröpfen, damit neue Kunden mit Rabattangeboten und Sonderkonditionen eingefangen werden können? Nicht mit mir! Zum Glück ist die Kündigung der KfZ-Haftpflicht um einiges leichter als der Umstieg…

Schwiegertochter gesucht - gefunden wird vor allem Stumpfsinn!

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Der attraktive Raik, “der einfühlsame Lagerist” Frank oder Hartmut, Ritter aller Uvulas - das sind die neuen Helden des sonntäglichen Vorabend-Programms bei RTL. Nie gehört? Das ist auch besser so…

“Schwiegertochter gesucht” - dagegen muss der Vietnamkrieg eine Vergnügungsfahrt gewesen sein, denn “DAS GRAUEN” ™ schlägt hier mit solcher Brachialgewalt zu, dass der unvorbereitete Zuschauer nach 70 Minuten mit offenem Mund und matschigem Gehirn in seinem Sessel zittert.

Was hier für ruhmsüchtige TV-Figuren die Leinwand bevölkern, das toppt sogar meinen bisherigen Favoriten Promi-Dinner. Es geht darum, dass möglichst unsympathische Single-Männer aus Deutschland, die noch bei Mama wohnen, von Vera Int-Veen unter die Haube / an die Frau / in irgendeiner Form zur Kontaktaufnahme mit halbwegs gleichaltrigen Weibern gebracht werden.

Natürlich hat die Mama da auch ein Wörtchen mitzureden. Das Ganze wird in diesem grässlichen, unerträglichen, grauenhaften (siehe oben) Handkamera-Kommentator Stil gefilmt, der die Schwiegertochter in den Einheitsbrei der Pseudo-Doku-Kuppel-Zeitverschwendungsshows drückt und nochmal kräftig mit dem Löffel draufhaut. Nur für den Fall, dass da ein Funke Intelligenz überlebt hat. Wäre sicherlich schlecht für die Quote, schließlich kann ich mir den Erfolg der Serie (geht mittlerweile in die 2. Staffel) nur dadurch erklären, dass manche Menschen Spaß daran haben, offensichtlich dümmeren Exemplaren der gleichen Gattung beim verbalen Dahinvegetieren zuzusehen.

Mir fehlen auch irgendwie die Worte. Angesehen haben sollte man sich das mal, um den Glauben an die Menschheit da zu lassen, wo er hingehört. Bei Mutti in der Kindheit.

Die Wohnungssuche - War das schon immer so nervig?

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Wann hat das eigentlich angefangen, dass die Wohnungssuche ähnliche Dimensionen annimmt wie die Bewerbung auf eine neue Arbeit? Wenn ich mir heutzutage aus dem Angebot der Wohnungen eine aussuchen möchte, muss ich mir erstmal Papiere besorgen.

Da braucht es Mietschuldenfreiheitserklärung, Arbeitsplatznachweis, Schufa-Auskunft und am besten noch eine eidesstattliche Versicherung, dass man in der Wohnung kein Haustier halten wird. Als nächstes darf man die Wohnung besichtigen, dann muss man sich bewerben (!!) und all diese Papiere nebst doppelseitigem Fragebogen beim Vermieter einreichen. Das erinnert mich ein bisschen an den Studienanfang und die Universitätssuche.

Ich meine, nicht nur bei der Wohnungssuche in Bonn herrschen solche Verhältnisse - auch in der “Weltstadt” Berlin muss ich bürokratische Vorgänge durchlaufen, wie ich sie sonst nur vom Einwohnermeldeamt kenne. Was tun eigentlich Leute, die mal Pech gehabt haben im Leben? Dürfen die ab dann nur noch den sozialen Wohnungsbau behausen weil ihre Papiere für die Herren Vermieter nicht ganz sauber sind? Wohnungs- und Vermieterschutz in allen Ehren, aber dass sich ein Umzug schon in der Planungsphase als derartiger Aufwand entpuppt, das muss doch nicht sein!

Casting-Wahn in Deutschland

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Anscheinend ist ganz Deutschland auf der Suche und wer nicht in der Lage ist, selbst etwas zu finden, tut dies halt im Fernsehen. Inzwischen vergeht kaum ein Tag in der Woche, an dem nicht irgendjemand mittels eines Castings gefunden wird.

Prinzipiell lassen sich dabei drei wesentliche Gruppen feststellen. Die erste Gruppe von Castings sind jene im Format von DSDS, wo die Zuschauer per Telefonvoting den kommenden Superstar ermitteln möchten. Auch an diesem Samstag begeben sich Dieter Bohlen&Co wieder auf Suche, wobei die verbliebenen Kandidaten die Aura von purer Langeweile versprühen und jetzt, wo Dieter Thomas zu seinem Favoriten erkoren hat, können die Fady, Linda und Monika eigentlich schon einpacken.

Der zweite Typ von Castings-Shows ist jener, wo vermeintlich Experten auf die Suche nach Teilnehmern gehen und dabei feststellen, wie wenig Potenzial dabei in Deutschland existiert. Dem einzigen Menschen, den man in solch einer Angelegenheit Wohlwollen unterstellen kann, ist Bully, der sich aber von seinem Haussender Pro7 wunderbar instrumentalisieren lässt. In dieses Genre fallen zudem „Germanys Next Topmodel“, „Ich Tarzan, du Jane“ oder „Musical-Showstar 2008“.

Bei der dritten Art der Suche können die Kandidaten selbst entscheiden. Formate wie „Bauer sucht Frau“ oder „Schwiegertochter gesucht“ birgt jede Menge Fremdschämpotenzial, sind jedoch ein armseliger Spiegel unserer Gesellschaft. Damit in dieser Kategorie auch Sat1 nicht unbedarft erscheint, wird der Sender demnächst mit „Gräfin gesucht – Adel auf Brautschau“ an den Start gehen.
Zum Glück, verlagern nicht alle Menschen ihren Lebensmittelpunkt ins Fernsehen..

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