Wiedermal über etwas aufgeregt?

Geteilter Kummer ist halber Kummer! Also schreiben Sie uns Ihren Aufreger, damit Sie wieder ruhig schlafen können und Anderen das Leid erspart wird.

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OBI weiß Bescheid

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Der erste Clip war lustig. OBI imitiert Queen.

Halbprofessionelle Verkäufer (Models, die wie Verkäufer aussehen) machen sich mit witzigen Texten zum Affen. Die Nachricht: OBI ist kundenfreundlich, OBI ist witzig, OBI weiß Bescheid. “… kriegst du ganz ohne Fachchinesisch bei - ih - ge - bracht!” OBI hat endlich eine Gegenstrategie zum bis dahin übermächtigen Praktiker-Baumarkt mit seinen “20 Prozent auf alles!” gefunden.

OBI © wikimedia / S1OBI merkt, dass der Clip ankommt. Und hier beginnt das Grauen. Schalten Sie mal das Radio ein. Nach jeder Ankündigung zur Werbepause: OBI-Trommeln. Sehen Sie mal einen Film im Abendprogramm. In jeder Werbepause: Ein neuer Clip. Diesmal sind die Texte mehr schlecht als recht in das Lied gequetscht.

Kurz: Die Werbung nervt. Wenn ich “Wie - wo - was - weiß - OBI” in dieser Woche noch einmal hören muss, werde ich das mitteilende Gerät im Affekt aus dem Fenster befördern. Und dann OBI auf Schadensersatz verklagen. Heutzutage muss man schließlich sehen, wo man bleibt.

BVG-Mitarbeiter streiken – schon wieder!

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Die Angestellte der Berliner Verkehrs-Gesellschaft streiken. Klar, kann man irgendwo verstehen. Als Busfahrer verdient man weniger als eine Putzfrau und ungefähr soviel wie ein Schüler im Callcenter-Nebenjob. Busse sind kalt, gerade in Berlin sind die Passagiere unfreundlich und die Arbeitszeiten sind lausig. Man riskiert bei Courage Fußtritte mit Todesgefahr, außerdem wird einem der Arbeitsmarkt durch Scheinselbstständige madig gemacht. Als U-Bahn und Tram- Fahrer sieht es sicherlich nicht viel besser aus.

Trotzdem, ein Streik provoziert ja geradezu, dass man sich darüber aufregt. Das wollen die doch. Und – rein zufällig – habe ich in den letzten zwei Tagen mehr erlebt, über das es sich zu meckern lohnt, als in den drei Wochen davor zusammen. Also, aufgepasst, es geht los:

Sind die Leute bei der BVG jetzt endgültig von allen guten Geistern verlassen? Die Touchpoints ließen ja schon ahnen, dass da nicht die hellsten Leute arbeiten… Trotzdem: In Berlin, der bevölkerungsreichsten Stadt Deutschlands, die Busse ersatzlos ausfallen zu lassen? Ein spürbarer Streik wäre bereits gewesen, den Busverkehr auf zweimal oder meinetwegen einmal pro Stunde herunterzubrechen – aber streichen? Das kann doch nur dem Hirn eines Möchtegern-Napoleons in der Gewerkschaft entsprungen sein, solchen Käse denken sich doch normale Menschen nicht alleine aus!

Und nicht etwa für ein Zeitfenster von einem halben Tag, wie beispielsweise in Köln, nein: Berlin schiebt fünf Werktage lang Totalstreik. U- Bahnen fahren auch keine, die Tram steht still. Was soll das für einen Sinn haben? Warum fange ich denn überhaupt als Arbeiter im Dienstleistungsgewerbe an, wenn bei der Tarifverhandlung meine erste Reaktion darin besteht, den zu leistenden Dienst komplett ausfallen zu lassen? Wenn andere wichtige Dienste der Stadt (Krankenhäuser, Feuerwehr) streiken, existiert zumindest noch ein Notbetrieb. Nö – braucht die BVG nicht, es gibt ja immer noch die S-Bahn.

Wer dieser Tage S-Bahn fährt (und wie soll der Berliner ohne Auto sonst zur Arbeit kommen, das Taxi mal außen vor gelassen?) der weiß, was ich meine. Ein Hertha-Spiel ist nichts dagegen. Nur leider ist hier keiner gut gelaunt, weil um 8 Uhr morgens sowohl Hertha als auch Alkohl fehlen. Vielleicht sollten wir mal das Hauptquartier der verDi-Gewerkschaft stürmen und deren Vodka-Vorrat, bzw was davon noch übrig ist, konfiszieren.

Dann läuft die nächste Streik-Aktion vielleicht nicht so hirnverbrannt ab wie dieses Mal.

Lebenscheck – Die neueste Abzocke im Internet

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Wie lange habe ich noch zu leben? Einige Internetseiten versprechen ihren Kunden, anhand weniger Kriterien die Restlebenszeit auszurechnen. Alles hochseriös, versteht sich.

„Das Leben“, wusste schon Oscar Wilde, „ist zu kurz, um es ernstzunehmen.“
Da ist was dran: Warum sollte ich mir von einer dubiosen Seite im Internet, auf der mich vollbusige Modells in zu klein geratenenArztkitteln angrinsen, vorrechnen lassen, wie lange ich noch zu leben habe – wenn ich stattdessen in den neuesten Ben-Stiller-Film gehen kann? Eben.

Ändert aber nix an der Tatsache, dass es Menschen gibt, die sich ihre Lebenserwartung trotzdem berechnen lassen. Was, natürlich, nicht umsonst ist. Immerhin erhält man eine „Urkunde“ und die persönliche „Auswertung“. Als hätte man, indem man sich anhand weniger Kriterien einen wahrscheinlichen (?!) Todestag berechnen lässt, etwas Besonderes geleistet.

Wäre ja, zugegebenermaßen, nützlich: Man könnte sich sechs Wochen vorher die Lebensversicherung auszahlen lassen und ordentlich einen draufmachen. Ärgerlich nur, wenn’s dann mit dem Sterben nicht klappt wie vorgesehen. Die Seite verrät freilich nicht ihre Erfolgsquote - abermals Oscar Wilde: „Als ich kein war, glaubte ich, Geld sei das Wichtigste im Leben.

Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt.“ Diesen Schluss werden die Macher der Lebenscheck-Seite auch gezogen haben.

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